Aufnahme von Koppel
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Energie...Wer beeinflusst Wen?

Wutzlhof - der Bewegungs & Offenstall. Das Beste fürs Pferd
Herausgegeben von in Energie des Pferdes ·
Tags: EnergiedesPferdes

Energie...Wer beeinflusst Wen?

Pferde sind sehr sensible Lebewesen. Sie spüren die Energie ihres menschlichen Partners besser, als dieser selber. Unvoreingenommen und hemmungslos spiegeln sie diese Energie wieder. So kann es kommen, dass ein und dasselbe Pferd innerhalb von Minuten eine völlig verschiedene Ausdrucksweise an den Tag legt, wechselt der Reiter bzw. der Mensch neben ihm.

Unter einem phlegmatischen Reiter läuft das Pony faul und lustlos, kaum sitzt ein temperamentvoller, lebenslustiger Reiter drauf, flitzt es über den Platz, als würde es Bäume ausreißen wollen.

In meiner Ausbildung haben wir eine Stute die
Energie der Auszubildenden beurteilen lassen. Die Reiter saßen ohne Einwirkungsmöglichkeiten an der Longe auf dem Pferd und sollten es nur mit Hilfe der inneren Einstellung antraben. 5 verschiedene Reiter, 5 Mal sahen wir ein komplett anderes Pferd vor uns. Unter dem ersten Reiter lief die Stute völlig entspannt und trabte willig an. Unter einem anderen Reiter fiel sie bereits kurz nach dem Aufsitzen in einen hektischen Trab und war nicht zu überreden, wieder zum Schritt durch zu parieren. Der dritte Reiter bekam sie gar nicht erst angetrabt. So hielt sie uns Azubis ehrlich einen Spiegel vor das Gesicht.

Oft denke ich an diese Stute zurück und begegne ständig
Pferden, welche ebenso die Energie und Lebenseinstellung ihrer Besitzer wiederspiegeln. Leider ist das allerdings nicht immer positiv…

Pferde
besitzen grundsätzlich eine lebensfreudige Einstellung, insofern das Umfeld und die Haltung passen. Trotzdem erlebe ich immer wieder Pferde, die traurig wirken oder eher phlegmatisch, sobald ihr Besitzer um die Ecke kommt. Teilweise wird ehrlich überlegt, ob es dem Pferd nicht gut geht und man lieber einen Tierarzt rufen sollte. Auf der Koppel dagegen verhalten sie sich unauffällig. Im Laufe der gemeinsamen Reitstunden erfahre ich meistens die Sorgen und Nöte der Reiter…und denke mir meinen Teil. Die Pferde übernehmen die Energie des Besitzers.

Wir Menschen tragen einen Großteil unserer Alltagssorgen mit in den Stall und „laden“ sie unbewusst bei unseren
Pferden ab. Ebenso versteckte Aggressionen, Stress und Wut über Beruf, Partner, Kinder und das Weltbild überhaupt. Pferde können schlecht mit diesen negativen Energien umgehen. Sie haben ihre eigene Welt. Oft höre ich, dass viele Menschen extra zu ihren Pferden fahren, wenn es ihnen seelisch nicht gut geht. Sie trösten. Erkennt denn niemand, dass Tiere unseren Kummer nicht einschätzen können, ihn ertragen und im Bemühen, ihre Welt psychisch stabil zu halten, versuchen, den Gegenüber „trösten“. Mit Freundschaft und Liebe hat das nichts zu tun. Es ist ein Grundbedürfnis aller Tiere, welche in gemeinschaftlichen Verbänden zusammen leben.

Hat nicht aber eigentlich der Mensch die Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass die
Pferde ihre Grundbedürfnisse befriedigen und stressfrei leben können?

Geht jemand zu seinem
Pferd, um seinen Kummer abzuladen, geschieht dies aus einem menschlichen Bedürfnis heraus und ist egoistisch.

Ebenfalls beobachte ich ein falsches Verständnis für Entspannung im Training. Entspannung bedeutet nicht, dass
Pferd in einen komatösen Zustand zu setzen. Schläft das Tier während der Bewegung oder auch nur geistigen Beschäftigung, entspricht das nicht seiner Natur. Wache Augen, spielende Ohren, straffe Muskeln, welche aufmerksam bereit sind, neues zu erleben…OHNE dabei gestresst angespannt zu sein, das muss die Grundstimmung im Training sein.

Der Umgang mit dem
Pferd ist kein Yoga! Pferde brauchen ein sicheres und ruhiges Verhalten, aber Alltagssorgen und Stress sollten sie während des Unterhaltungsprogrammes mit dem Menschen nicht abbauen müssen! (Ausgenommen hier sind natürlich „Korrekturpferde“)

Wie ist das nun aber mit dem ureigenen Charakter unsereins?

Ganz einfach. Wir müssen unsere Energie beeinflussen und gegebenenfalls verändern. Hektische, temperamentvolle Menschen müssen ruhiger werden. Phlegmatische oder unsichere Menschen müssen lernen, mehr Energie aufzubauen. Depressive Menschen können versuchen, die Lebensfreude der Pferde zu übernehmen und nicht unbewusst oder bewusst die eigene negative Ausstrahlung über das Pferd zu kippen.

Wir können das. Wir müssen nur lernen, das
Pferd als unseren energetischen Spiegel zu respektieren. Geht das Bild, welches wir darin sehen, nicht konform mit dem Charakter des Pferdes und seinem Instinkt, liegt es in unserer Verantwortung, dies zu ändern.

Wir dürfen nicht Schönreden, was gegen die Natur der Tiere ist. Ein
Pferd, welches phlegmatisch und faul ist, ist widernatürlich. Dagegen aber auch ein überdrehtes und hektisches Tier, welches einer ständigen inneren Unruhe ausgesetzt ist. Diese vermeintlichen Charaktere der Pferde sind oft durch den Menschen hervorgerufen…und können bzw. müssen durch diesen wieder relativiert werden.

Wir sind für das leibliche UND seelische Wohl der
Pferde da und nicht umgedreht! Und das ist eben nicht nach menschlichem Maßstab zu bewerten!

Quelle: http://www.equimondi.de/magazin/






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