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Kolik vermeiden - Erste-Hilfe-Anleitung

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Herausgegeben von in Art der Haltung ·
Tags: Kolik

Kolik vermeiden und wenn's passiert ist eine Erste-Hilfe-Anleitung

Koliken sind eine gefährliche Erkrankung und können zum Tod führen.
Daher sollten Sie alles tun um Koliken zu vermeiden.

Hier ein paar Tipps:

•Kontrollieren Sie die Tränke mindestens einmal täglich. Bekommt ein Pferd kein Wasser,   hat es innerhalb von ein paar Stunden eine schwere Kolik.
•Kontrollieren Sie die Futterkrippe. Fremdkörper im Futter können Magen oder Darm verletzen und zu Darmverschlingungen führen.
•Füttern Sie genügend Raufutter. Das Pferd sollte ständig Raufutter, also Heu oder Stroh zur Verfügung haben. Das regt die Verdauung an.
•Plötzliche Futterumstellungen vermeiden. Bekommt das Pferd plötzlich ungewohntes Futter wie Stroh oder frisches Gras, kann das zu Kolik führen. Lieber langsam in kleinen Schritten anfüttern.
•Kein verdorbenes oder verschmutztes Futter verfüttern. Das gehört auf den Müll und nicht ins Pferd, denn es kann in Darm gären und zu einer Gaskolik führen oder das Pferd vergiftet.
•Koppeln und Ausläufe regelmäßig auf Giftpflanzen kontrollieren. Die können auch von außerhalb einwandern.
•Achten Sie darauf, dass Fremde die Pferde nicht füttern. Die können das Pferd unabsichtlich vergiften oder zum Beispiel durch zuviel weiches Brot eine Kolik verursachen.
•Unnötigen Stress vermeiden. Viele Pferde reagieren auf Stress mit Krampfkoliken. Eine Gefahrenquelle sind auch plötzliche Wetterwechsel.

Was Ihr tun könnt wenn das Pferd doch mal eine Kolik hat lest hier:
 
Der Begriff Kolik ist sehr allgemein und bedeutet eigentlich nur, dass das Pferd Bauchschmerzen hat. Dahinter kann sich von schlichten Blähungen bis hin zur lebensbedrohlichen Darmverschlingung alles verbergen.

Daher sollte eine Kolik immer ernst genommen werden. Handelt es sich tatsächlich um eine Darmverschlingung oder einen Darmver-schluss, ist die Zeit ein entscheidender Faktor, wenn es darum geht, das Pferd zu retten.

Eine Kolik erkennen

Da das Krankheitsbild Kolik nicht einheitlich ist, können sehr unter-schiedliche Symptome auftreten. Das Pferd zeigt auf jeden Fall aber Unwohlsein und ungewöhnliches Verhalten.
 
Häufig wälzen sich die Pferde ständig, springen auf, nur um sich gleich wieder hinzuwerfen und sich erneut zu wälzen. Dieses Verhalten sollte nicht mit dem normalen Wälzen aus Wohlbefinden verwechselt werden.

Ebenfalls typische Symptome sind häufiges Umschauen und Treten nach dem Bauch. Häufig ist der Bauch auch deutlich sichtbar aufgebläht.

Weitere Symptome die auftreten können sind: Unruhe, Schwitzen, Lethargie, schnelle Atmung, Appetitlosigkeit und das dauernde Auspressen von Kot.
 
Sofortmaßnahmen

•Habt Ihr festgestellt, dass ein Pferd eine Kolik hat, ruft sofort den Tierarzt an. Der soll so schnell wie möglich kommen, da es sich um einen Notfall handelt.
•Holt das Pferd aus der Box und führt es vorsichtig im Schritt. Die Bewegung kann krampflösend wirken und so die Schmerzen verringern. Will das Pferd sich wälzen, solltet Ihr das zulassen. Achtet aber darauf, dass das Pferd sich dabei nicht verletzen kann.
•Achtet darauf, ob das Pferd äpfelt. Das ist eine wichtige Information für den Tierarzt.
•Hat das Pferd stark geschwitzt, leget ihm eine Abschwitzdecke auf, damit es nicht auskühlt.
•Lasst das Pferd nicht fressen oder saufen, bis der Tierarzt kommt. Eventuell muss der Magen ausgepumpt werden.
•Kontrolliert regelmäßig den Kreislauf des Pferdes. Am einfachsten geht das am Zahnfleisch. Das sollte rosig sein. Ist es gelblich weiß verfärbt, ist das ein Alarmsignal. 
•Sie die Puls und Temperatur des Pferdes.
•Hat das Pferd eine schwere Kolik, solltet Ihr vorsorglich ein Zugfahrzeug mit Pferdehänger organisieren, so dass Ihr das Pferd falls nötig zügig in eine Klinik transportieren können.

Was der Tierarzt tut

Wie der Tierarzt ein Pferd behandelt, hängt stark von der Ursache der Kolik ab.

Hat das Pferd eine Krampfkolik, bei der sich die Muskeln im Magen und Darm verkrampfen zu starken Schmerzen führen, spritzt er dem Pferd meist krampflösende und entspannende Medikamente zusammen mit einem Mittel gegen die Schmerzen. Daraufhin geht es dem Pferd meist schnell besser.
 
Hat das Pferd eine Verstopfungskolik, räumt der Tierarzt meist den Darm aus und macht dem Pferd einen Einlauf mit Öl, der die ver
klumpten Nahrungsreste im Darm lösen soll. Auch hier bekommt das Pferd entspannende und schmerzlindernde Medikamente. danach darf es für ein bis zwei Tage nichts fressen, damit sich der Darm in Ruhe leeren kann.
 
Bei einer Gaskolik helfen ebenfalls entspannende Medikamente. Gleichzeitig bekommt das Pferd ein Mittel gegen die Blähungen. Ist der Darm zu stark aufgebläht muss das Pferd eventuell operiert werden. In der Klinik wird der Darm dann so aufgeschnitten, dass das Gas entweichen kann. Ist der Darm nämlich zu stark aufgebläht kann er platzen oder die Blutzufuhr so unterbrechen, dass Teile des Darms absterben. Beides wäre ein Todesurteil für das Pferd.

Hat das Pferd eine Magenüberladung, muss der Magen ausgepumpt werden. Diese Krankheit entsteht, wenn ein Pferd entweder zu viel auf einmal frisst, so dass der Platz im Magen nicht mehr ausreicht oder die Nahrung aus irgendeinem Grund nicht mehr in den Darm weitertrans-portiert werden kann. Die Gefahr besteht darin, dass der Magen platzt. Dann wäre das Pferd nicht mehr zu retten, da die Magensäure die inneren Organe zerstört. Eventuell muss der Magen auch in der Klinik operativ entleert werden.

Der schlimmste Fall ist eine Darmverschlingung oder ein Darmver-schluss. Dabei hat sich der Darm so verdreht, dass der Nahrungsbrei nicht mehr hindurch transportiert werden kann. Der Brei fängt dann an zu gären und es entsteht viel Gas. Spätestens jetzt wird die Blutzufuhr zu diesem Darmbereich unterbrochen und das Gewebe fängt an abzusterben.
 
Hat das Pferd eine Darmverschlingung, muss meist operiert werden, da sich diese Verschiebung nur in seltenen Fällen von alleine zurück entwickelt. Wird der Darm nicht wieder in die richtige Lage gebracht, stirbt das Pferd innerhalb von wenigen Stunden. Je schneller das Pferd operiert wird, desto größer sind die Chancen, dass der verdrehte Darmabschnitt gerettet werden kann. Hier ist also Eile geboten.
 
Für den Fall, dass Sie einmal nicht erreich bar sind sollten Sie mit dem Stallbetreiber klären, welcher Tierarzt gerufen werden soll und ob und von wem das Pferd im Fall des Falles operiert werden soll.
 
Quelle: www.tipps-zum-pferd.de





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